Tula und Tim


Wer sind "Tula und Tim"?

Kindergärten haben viele Bereiche, in denen sie die ihnen anvertrauten Kinder fördern sollen. Neben Sprachförderung, Vermittlung naturwissenschaftlicher Grundlagen, Förderung der Kreativität, Musikalität, Beweglichkeit und vielen anderen kognitiven und körperlichen Fähigkeiten, ist eine der wichtigsten Aufgaben die Förderung der sozial-emotionalen Kompetenz. Der Förderung in diesem Bereich kommt aus zweierlei Gründen so eine große Bedeutung zu:

  1. Sozial-emotionale Kompetenzen (wie z.B. Durchsetzungsvermögen, Einfühlungsvermögen, Kompromissbereitschaft, Kritikfähigkeit, Selbstbewusstsein etc.) sind grundlegende Fähigkeiten, die man braucht um sich später im Berufsleben zurecht zu finden. Aber auch im privaten Bereich ist es wichtig über sozial-emotionale Fähigkeiten, Beziehungsfähigkeiten zu verfügen, um Freundschaften knüpfen und halten zu können.

  2. Kinder die über gute sozial-emotionale Fähigkeiten verfügen, haben ein positiveres Selbstbild und ein sicheres, stabiles Auftreten. Seelisch starke Kinder sind besser geschützt vor Gefährdungen wie Gewalt und Suchtabhängigkeiten.

Während Eltern diese Kompetenzen vor allem im häuslichen / familiären Bereich fördern können, hat der Kindergarten die Kinder in einer größeren Gruppe gleichaltriger und kann sie dort dabei unterstützen ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Beide Teile sind aber gleichermaßen wichtig für die Entwicklung der Kinder.

Weite Teile dieser Förderung im Kindergartenalltag passieren, ohne dass es von außenstehenden besonders wahrgenommen wird. Die Erzieherin leitet die Gruppenprozesse ihrer Gruppe sehr bewusst, sie reflektiert mit den Kindern ihre Handlungsweisen und spiegelt ihnen dadurch ihre Außenwirkung. Sie übt Entschuldigungen und Verzeihen können, hilft dabei Spielpartner zu finden, Konflikte auszutragen, ihnen aus dem Weg zu gehen oder einen Kompromiss zu finden - je nachdem was für die Kinder gerade wichtig erscheint.

Weil der Bereich dieser Förderung aber so wichtig und umfangreich ist, entschied sich die Kinderwelt St. Martin zwei Erzieherinnen speziell dafür fortbilden zu lassen. Die "Deutsche Liga für das Kind" entwickelte das "Kindergarten plus"-Programm. Dies ist ein wissenschaftlich fundiertes und überprüftes Projekt durch das die Selbst- und Fremdwahrnehmung, das Einfühlungsvermögen und die Kommunikations- und Kritikfähigkeit nachweislich verbessert werden.

Von dieser Institution wurden die beiden Fachkräfte (Steffi und Michaela) des Teams zur sogenannten "Trainerin" geschult. Ab Januar findet jeden Dienstag das Projekt mit den 4-5 jährigen Kindern (ein Jahr vor der Vorschule) statt. In jeweils 2 Gruppen mit maximal 12 Kindern wird das Programm "Kindergarten plus" durchgeführt.

Folgende Inhalte / Bausteine beinhaltet das Programm:

  • Modul 1: Mein Körper und ich
  • Modul 2: Meine Sinne und ich
  • Modul 3: Ich und meine Gefühle
  • Modul 4: Ich, meine Angst und mein Mut
  • Modul 5: Ich, meine Wut und meine Freude
  • Modul 6: Ich, meine Traurigkeit und mein Glück
  • Modul 7: Du und ich
  • Modul 8: Ich und mein Raum
  • Modul 9: Was ich mitnehme
  • Vertiefungsmodul: Wiedersehen mit Tula und Tim

Der Ablauf der Bausteine:

Die Kinder lernen alle Themen auf eine kreative Art und Weise durch Spiele, Übungen, Gespräche und Lieder kennen. Jedes Treffen fängt mit einer Begrüßung an. Bei jedem Treffen wird ein Gesprächs-Kreis gebildet. Darin machen die Kinder Übungen, Bewegungsspiele, eine kreative Aufgabe und eine Obst-Pause gehören auch dazu. Jeder Baustein hat ein besonderes Lied über das Thema und eine besondere Verabschiedung.

Zwei große Handpuppen (ein Junge und ein Mädchen) begleiten die Kinder dabei und gaben dem Projekt seinen Namen: Tula und Tim!

Zum Zertifikat von Tula und Tim geht es hier